"Der HUGENDUBEL Buchtipp ..."
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28. August 2010 Michael Borlik, Nox


Drei Blutlinien, die sich vereinen, werden den gefallenen Engel gebären: Lillith, die Mutter und Königin.

Nein, ich wollte keinen Fantasy-Roman mehr besprechen. Nichts über Vampire, Hexen, Dämonen oder Werwölfe. Bei Michael Borliks Buch Nox, Das Erbe der Nacht, mache ich dann doch noch einmal eine Ausnahme. Er verwendet für seinen Roman nämlich Vampire, Hexen, Dämonen UND Werwölfe und gibt jedem von ihnen einen Platz in seiner Geschichte, erfindet dazu noch die sogenannten Wish-Wesen, die Wünsche erfüllen können, aber einen hohen, hohen Preis für die Erfüllung fordern.

Hauptgestalt ist Tara MacLear, die bei ihrer Rückkehr aus dem Internat nach Hause ihre totgeglaubte Großmutter wiederfindet, mit einem Halbdämon flieht und sie ahnen nicht, dass sie von den Nox auf Schritt und Tritt beobachtet werden. Die Nox sind ein Bund zwischen Menschen und den Kindern der Nacht, die für den Frieden zwischen den Wesen sorgen...

In drei dicht verwobenen Erzählsträngen führt Michael Borlik die Handlung flüssig und spritzig geschrieben fort bis zu einem Spannungshöhepunkt, der natürlich hier nicht verraten werden soll.

Spannende Urban-Fantasy-Unterhaltung ab 13 Jahren: Michael Borlik, Nox, Das Erbe der Nacht. 

 

4. September 2010 Joseph Delaney, Spook

Ich möchte heute eine bisher auf vier Bände ausgelegte Reihe vorstellen, nämlich die Spook-Romane von Joseph Delaney. Ein Spook ist ein Geisterjäger und im ersten Band, der der Schüler des Geisterjägers heißt beginnt damit, dass die Hauptperson der vier Romane, der junge Thomas Ward, der der siebte Sohn eines siebten Sohnes ist bei einem Geisterjäger in die Lehre geht. Geisterjäger stehen am Rande der Gesellschaft, ähnlich dem mittelalterlichen Henker, man meidet sie, aber man braucht sie auch. Und so lernt Tom das Handwerk des Geisterjägers, lernt die Hexe Alice kennen und besteht spannende, aber auch gruselige Abenteuer. Die Buchreihe ist offiziell ab zehn Jahren empfohlen, liest sich auch leicht und flüssig, ist aber nichts für zu zart besaitete Gemüter. Noch ein großer Vorzug der Reihe ist, dass die Charaktere gut eingeführt und entwickelt werden und auch nach dem dritten Band, der gerade im Frühjahr in Deutschland als Taschenbuch erschienen ist, die Spannung noch nicht raus ist.

Im Oktober erscheint der vierte Band im Taschenbuch. Ich freue mich schon drauf.

 

11. September 2010 Gregs Filmtagebuch, Endlich berühmt

Nächsten Donnerstag ist es soweit. Greg kommt ins Kino. Greg hat einen älteren Bruder, der ihn quält und einen kleineren Bruder, der ihn nervt. In vier Büchern sind bisher seine Abenteuer als Comicromane erzählt worden. Genau so ist es, wenn man zwei so bescheuerte Geschwister hat. Ich glaube, Greg spricht einer ganzen Generation von Jungens aus der Seele. Ganz neu zum Film ist jetzt Gregs Filmtagebuch erschienen, das endlich berühmt heißt. Da erfährt man hautnah und sehr lustig, wie ein Film entsteht. Vom Finden des richtigen Regisseurs – der übrigens aus Deutschland kommt – bis zum Finden der richtigen Darsteller – auch Casting genannt bis zur Entstehung des Films, das wird alles im gleichen Stil erzählt, in dem Gregs Tagebücher geschrieben sind, also lustig und mit Schwung. Wußtest Ihr, dass man für zwei Minuten Film oft einmal bis zu einem Drehtag lang arbeiten muß? Was ein Storyboard ist? Daß man Schauspieler nicht nur schön schminkt, sondern manchen auch ein paar Pickel ins Gesicht macht? Das alles erfahrt ihr in Gregs Filmtagebuch, das ein bisschen andere Buch zum Film.

 

18. September 2010 Paul van Loon, Viktor Werwolf, Klassenfahrt in den Schwefelwald

Das Buch, das ich Ihnen empfehlen möchte, heißt Viktor Werwolf, Klassenfahrt in den Schwefelwald. Es ist bereits das zweite Buch über den Jungen Viktor, der an seinem achten Geburtstag feststellt, dass er ein Werwolf ist. Das ist erschreckend, aber auch toll, man ist ja auch sehr stark und alle fürchten sich vor einem Werwolf. Das Buch ist spannend geschrieben ohne allzu gruselig zu sein, was man auch daran merkt, dass Viktor ein weißes Werwolf-Fell hat, das ganz weich und kuschelig ist. Empfehlenswert ist das Buch ab sieben bis acht Jahren, also für Kinder der zweiten und dritten Klasse.

 

25. September 2010 Jonathan Safran Foer, Tiere essen


Ich möchte Ihnen heute ein Buch vorstellen, dass nicht wenige für die wichtigste Sachbuch-Neuerscheinung des Jahres halten: Jonathan Safran Foer, Tiere essen.

Foer ist bisher als Autor zweier Romane bekannt gewesen, „Alles ist erleuchtet“, sein erster Roman ist sogar verfilmt worden. Eher zufällig, wie er betont ist er auf das Thema gestoßen: er wollte nach der Geburt seines Sohnes wissen, was Fleisch ist, woher es kommt, warum wir es essen, warum wir das eine Tier essen und das andere nicht. Schnell war er bei der Massentierhaltung, der Industrialisierung von Aufzucht und Schlachtung. Er begann zu recherchieren und herauskam ein faszinierendes Buch, hervorragend geschrieben, auch mit viel Selbstironie. Herausgekommen ist ein Plädoyer für ein Umdenken, denn ein einfaches Weiter-So wird uns in eine Umweltkatastrophe führen. Schon alleine, dass die Massentierhaltung für die Hälfte der schädigenden Treibhausgase verantwortlich ist, sollte uns aufhorchen lassen. Nahe geht, dass Foer nicht nur nackte Zahlen sprechen lässt, sich nicht nur mit Wissenschaftlern umgibt, sondern die Leute vor Ort spricht, zum Beispiel der Tierzüchter, der seine Truthähne liebt, obwohl er unglaubliche Mengen pro Tag schlachten muß, um selbst nicht pleite zu gehen. Dabei ist Foer, der mittlerweile Vegetarier ist das Bravourstück gelungen, keine Kampfschrift für den Vegetarismus zu verfassen, sondern auf eindringliche Weise nur ein Umdenken zu fordern. Wenn ich Fleisch esse, möchte ich wenigstens wissen, wie es ihm ging, als es noch lebte.

 

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